Veterinär-Osteopathische (Tierosteopathie) Fachausbildung für Pferde und Kleintiere


Beginn:      01.08.2026, 10:00 - 17:00 Uhr

Dauer:        12 Monate

Gebühr:     3.900,00 €

Status:       noch 5 Plätze frei


Dozent:      Julia Wilczek

         THP Sabrina Baumeyer

Dozent:      TMFA Martina Görlich

Dozent:      Christian Füssel

Seminarvorstellung:


Osteopathie ist ein Zweig der medizinischen Wissenschaften. Osteopathische Medizin gründet sich auf die philosophischen Prinzipien von Dr. A.T. Still. Sie verbindet diese mit den allgemein anerkannten Standards der Medizin. Sie betont die wechselseitige Beziehung zwischen Struktur und Funktion des Körpers und unterstützt die Fähigkeit des Organismus, selbstheilende Ressourcen zur Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit einzusetzen. Osteopathische Tiermedizin ergänzt und erweitert das etablierte Medizinsystem im Kontext einer integrierten Patientenversorgung. Osteopathische Veterinärmedizin (OVM) beinhaltet insbesondere eine umfassende, manuelle Untersuchung, Diagnostik, Therapie und Prävention von Funktionsstörungen (Dysfunktionen) im muskuloskelettalen System (parietal), den Organen (viszeral) und dem peripheren und zentralen Nervensystem (kranio-sakral). Dysfunktionen finden sich in allen Regionen des Körpers und betreffen verschiedene, medizinische Fachgebiete.

 

Osteopathische Tierärzte und Therapeuten kombinieren die Anwendung der üblichen, medizinischen Diagnostik und Therapie mit der osteopathischen Diagnose und Therapie bei der Betreuung ihrer Patienten. OVM ist daher integrative Tiermedizin und mit allen medizinischen Disziplinen und verschiedenen Gesundheitsberufen interdisziplinär assoziiert.

 

Die WHO hat 2010 empfohlen, Osteopathie als eine geprüfte Methode in die klassische Medizin zu integrieren. Die WHO gab Eckdaten für Ausbildungsinhalte, die wir in unserem gesamten Curriculum erfüllen.

 

Die osteopathisch arbeitenden Therapeuten behandeln mit den Händen. Sie erkennen und therapieren Funktionsstörungen im Körper und behandeln nicht Symptome eines körperlichen Leidens, sondern beheben dessen Ursache. Es gilt, das gestörte Gleichgewicht auf der Körperebene wiederherzustellen, die Mobilität und die Gewebsbeschaffenheit positiv zu beeinflussen und so letztlich die Gesundheit des Tieres zu fördern und Schmerzen zu lindern.

 

Der Grundgedanke ist, dass Bewegungsapparat, Schädel und Rückenmark sowie die inneren Organe als Systeme zusammenhängen. Sie sind durch feine Gewebenetze, die Faszien, verbunden. Aus osteopathischer Sicht brauchen die verschiedenen Strukturen des Körpers wie Muskeln, Knochen, Nerven, Organe, Liquorräume, Blut- und Lymphgefäße und auch die Faszien untereinander freie Beweglichkeit. Gibt es Blockaden in diesen Strukturen, kommt es zunächst zu Gewebespannungen und darauffolgend zu Funktionsstörungen. Die Summe dieser Fehlfunktionen kann der Organismus aus Sicht der Osteopathie nicht mehr kompensieren. Mit sanften Griffen und Techniken sollen auftretende Blockaden in diesen Verbindungen gelöst und dem Körper die notwendigen Impulse gegeben werden, um die Selbstheilungskräfte in Gang zu setzen.

 

Die Behandlung hat einerseits eine therapierende, andererseits eine vorbeugende Wirkung, das heißt, die Wiederherstellung der Funktion bewahrt die Struktur vor Schäden.

 

Sie werden von Beginn an so an die Patienten herangeführt, dass Ihnen ein präzises und äußerst hilfreiches, diagnostisches und therapeutisches Werkzeug für Ihre tägliche Praxis zur Verfügung steht. Sie erlernen alle grundlegenden, osteopathischen Techniken und können diese in der Praxis anwenden. Sie erhalten eine solide Basis, die eigenen Hände weiter zu extrem feinfühligen Instrumenten zu schulen.

 

Am Ende der Ausbildung können Sie selbstständig Diagnosen sowie einen Therapie- und Behandlungsplan erstellen. Sie besitzen ein fundiertes Verständnis der Zusammenhänge und Wirkprinzipien und können die verschiedenen Symptome differenzieren. Des Weiteren sind Sie in der Lage, erkrankte Bereiche zu lokalisieren und beherrschen die dazu notwendigen osteopathischen Techniken. Sie sind vertraut mit den Grundlagen und können individueller auf verschiedene Behandlungskonzepte für verschiedene Tierpatienten und Krankheitsbilder eingehen.

 

Praktisches Arbeiten an den Tieren (eigene Tiere / Gasthunde / Pferde am Lehrhof) findet ab dem zweiten Wochenende statt – jeweils ½ Tag Theorie, ½ Tag Praxis.

 

Einzelne Themenschwerpunkte im Überblick:

 

- Anatomie

- Biomechanik

- Neurologie

- Hufkunde

- Exterieurbeurteilung und Ganganalyse

- Klinische Aspekte

- Zahnheilkunde

- Physiotherapeutische und osteotherapeutische Handgrifftechniken und Begleitmaßnahmen

- Philosophie und Grundlagen der Osteopathie

- Parietale Osteopathie

- Kranio-Sakrale Osteopathie

- Viszerale Osteopathie

- Fasziale Osteopathie

- Energetische Techniken

- Physikalische Therapie

- Sattelkunde

- Gebisse und Zäumungen

- Reit- und Trainingslehre

- Ethologie

 

Jeder Teilnehmer erhält ein umfangreiches Skript mit allen besprochenen Themen und Inhalten zur Vorbereitung auf die Seminare und als Nachschlagewerk für die spätere Tätigkeit als Therapeut.

 

Zertifizierung:

 

Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung. Nach erfolgreichem Bestehen erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat, welches die Teilnahme sowie die Dauer der Ausbildung bestätigt.

Ausbildungsgliederung:


Die Ausbildung zum Veterinär-Osteopath gliedert sich in 12 Module.

Praktisches Arbeiten an den Tieren (eigene Tiere / Gasthunde / Pferde am Lehrhof) findet ab dem zweiten Wochenende statt – jeweils ½ Tag Theorie, ½ Tag Praxis.


Modul 1: 

Theoretische Grundlagen der Anatomie bei Hund und Pferd mit Überblick über den Bewegungsapparat (Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder, Muskulatur und nervale Strukturen) sowie Einführung in die Organanatomie und grundlegende physiologische und pathologische Zusammenhänge von Thorax und Abdomen. Behandelt werden Lunge und Herz sowie Magen, Milz, Leber, Gallenblase, Dünndarm, Dickdarm, Uterus und Harnblase. Ergänzend Grundlagen zur Zahnformel und zu häufigen Zahnfehlstellungen.

 

Modul 2: 

Theoretische Grundlagen der Physiologie und Pathologie des Bewegungsapparates bei Hund und Pferd mit Fokus auf muskuläre Zusammenhänge. Einführung in die Gangbildanalyse in der Theorie bei Hund und Pferd einschließlich der Beurteilung von Bewegungsabläufen, Belastungsmustern und muskulären Auffälligkeiten.


Modul 3:   

Biomechanik des Pferdes mit praktischer und analytischer Exterieurbeurteilung sowie Analyse des Einflusses des Reiters auf Bewegungsabläufe, Belastungsverteilung und funktionelle Zusammenhänge des Bewegungsapparates.


Modul 4:   

Biomechanik des Hundes mit Gangbildanalyse sowie Analyse des Einflusses von Geschirr, Halsband und weiteren Hilfsmitteln auf Bewegungsabläufe, Belastungsverteilung und funktionelle Zusammenhänge des Bewegungsapparates.

 

Modul 5:   

Neurologische und fasziale Zusammenhänge in der Osteopathie bei Hund und Pferd mit Fokus auf Spannungssysteme, Koordination, Bewegung und funktionelle Störungsmuster.

Praxis an Gasttieren / Stall


Modul 6:   

Cranio-sacrale Therapie mit Grundlagen der cranio-sacralen Osteopathie, Wahrnehmung und Regulierung des cranio-sacralen Rhythmus sowie praktische Übungen zum Erspüren des Rhythmus am Menschen, Hund und Pferd. Ergänzend Wirkprinzipien des Handauflegens und Vorstellung weiterer sanfter osteopathischer Techniken.

 

Modul 7:   

Viszerale Osteopathie mit Grundlagen der viszeralen Osteopathie, Wahrnehmung und Regulation der Organbeweglichkeit sowie praktische Übungen zum Erspüren viszeraler Bewegungen am Menschen, Hund und Pferd. Ergänzend Wirkprinzipien des Handauflegens und Vorstellung weiterer sanfter osteopathischer Techniken.


Modul 8:

Parietale Osteopathie mit Grundlagen der parietalen Osteopathie, Wahrnehmung und Regulation von Gelenk- und Gewebebeweglichkeit sowie praktische Übungen zur Beurteilung parietaler Bewegungsmuster am Menschen, Hund und Pferd. Ergänzend Wirkprinzipien des Handauflegens und Vorstellung weiterer sanfter osteopathischer Techniken.

 

Modul 9:   

Parietale Osteopathie mit Grundlagen der parietalen Osteopathie, Wahrnehmung und Regulation von Gelenk- und Gewebebeweglichkeit sowie praktische Übungen zur Beurteilung parietaler Bewegungsmuster am Menschen, Hund und Pferd. Ergänzend Wirkprinzipien des Handauflegens und Vorstellung weiterer sanfter osteopathischer Techniken.

Praxis, Wiederholung / Gasttiere 


Modul 10:   

Hufe – Anatomie, Befundung, Bearbeitung

Einführung in die Selbstständigkeit


Modul 11: 
Wiederholung Anatomie Bewegungsapparat und Organe
Wiederholung osteopathische Techniken
Übungen und Praxis an Hund und Pferd

Fallbeispiele Ausarbeitung aus der Praxis

 

Modul 12:   

Wiederholung

Prüfung


Prüfung (die Auswertung und Nachbesprechung erfolgt durch eine Tierärztin). Multiple Choice mit 50 Fragen, Besprechung der Facharbeit, Nachbesprechung, Auswertung.

Die Aushändigung des Zertifikats (tierärztlich geprüfter Tierheilpraktiker, mit Angabe der Lehreinheiten sowie durchgeführter Prüfung) erfolgt bei bestandener Wertung von 70 %. Bei Nichtbestehen bekommt jeder Teilnehmer die Chance die Prüfung in 4 Wochen zu wiederholen. Bei Nichterscheinen wird eine Teilnahmebescheinigung mit Angabe der besuchten Lehreinheiten ausgestellt.

Ausbildungsunterlagen als pdf-Datei

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